Die Vogelschule für Papageien & Sittiche von Ann Castro
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Weißt du, was deine Papageien & Sittiche wirklich glücklich macht?

Wie kannst du deinem Papagei oder Sittich ein schönes Leben schenken? Letzten Samstag war unsere virtuelle Weihnachtsfeier. Wir unterhielten uns über das letzte Jahr - was gut und was nicht so gut gelaufen ist - und über unsere Pläne für das kommende Jahr. Wir alle waren uns einig, dass wir unsere Papageien & Sittiche noch glücklicher machen wollen - im Rahmen unserer Möglichkeiten natürlich. So wie in der freien Wildbahn wird es nie sein. Dafür haben unsere Vögel bei uns keine Fressfeinde, müssen keinen Hunger leiden und zum Tierarzt kommen sie auch, wenn was ist.

Aber ist das wirklich genug, um unsere Papageien & Sittiche glücklich zu machen?

Du kannst dir diesen Text auch als Podcast anhören:

Wenn dir mein Podcast gefallen hat würde ich mich riesig über eine ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️-Rezension freuen. 💖 Hier geht's zur Rezension:


In dieser Folge

  • Ist Gesundheit das Gleiche wie Glück?
  • Sind freilebende Vögel glücklich?
  • Die Mindest-was-für'n-Ding?
  • Womit machst du deine Papageien & Sittiche glücklicher?

Mehr von Ann

Was ist Glück überhaupt?

Wie wär‘s mit  „Glück ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Leid.“?

Dieser kluge Satz stammt übrigens nicht von mir. Ich hab‘s ein wenig abgewandelt, aber das Originalzitat stammt aus der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation aus dem Jahre 1946. Da heißt es: „Die Gesundheit - also statt Glück - ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen.“

Ziemlich dicht dran oder? Demnach wäre also Gesundheit fast das Gleiche wie Glück oder?

Ein anderer Ansatz zur Definition von Glück für unsere Papageien und Sittiche ist das Betrachten des Lebens in der freien Wildbahn. Es gilt dann dieses - so gut es eben geht - in der Gefangenschaft nachzubilden. Klar wird es unmöglich sein, unsere Vögel hunderte von Kilometern in riesigen Schwärmen freifliegen zu lassen. Aber ein bisschen mehr als das was wir jetzt bieten ist fast immer möglich. Diesen Versuch - dieses Bestreben - uns in Richtung Leben in der freien Wildbahn zu bewegen, nennen wir dann artgerechte Haltung.

Dann gibt es noch unser Tierschutzgesetz 

Für unsere Vögel gilt dann zur Auslegung noch das „Gutachten über die Mindestanforderungen an die Haltung von Papageien“„ ... zu denen natürlich auch Sittiche gehören. Den Link dazu sowie die Abschrift dieses Podcasts zum Nachlesen, gebe ich dir in den Shownotes zu diesem Podcast auf meiner Webseite unter podcast.dievogelschule.com. Können wir mithilfe dieses Gutachtens also definieren, wie unsere Haltung aussehen muss, damit unsere Vögel glücklich sind? Ich glaube nicht. 

Es sind Mindestanforderungen, welche die absolute Untergrenze zu  - aus Sicht des Gesetzgebers - untragbarem Tierleid definieren. Ich denke wir alle wissen, dass der Gesetzgeber das Wohlergehen unserer Tiere nicht gerade üppig definiert. Das geht also gar nicht, wenn dir halbwegs was an deinen Tieren liegt. 

Lass uns trotzdem mal eben kurz über das Gutachten reden. Denn viele Papageien & Sittichhalter kennen und befolgen es leider immer noch nicht. Nach dem Gutachten benötigen Papageien und Sittiche IMMER einen gegengeschlechtlichen, gleichartigen Partner. Also Graupapageien-Männchen zu Graupapageienweibchen, Welli-Kerl zu Welli-Mädel usw. Außerdem sind Mindestgrößen für Käfige festgelegt. Für kleine Vögel - also Wellensittiche, Agaporniden usw. ist eine Grundfläche von mindestens 50 cm Breite x 100 cm Tiefe festgelegt. Das ist für ein Paar. ABER, wenn ein Tier ausnahmsweise alleine sein muss, gilt die gleiche Größe! Nicht kleiner!

Die Ausrede, man kann keinen Partner besorgen, weil man den Platz nicht hat, ist also Unfug 

Wenn man die Tiere im Schwarm hält, kommen für jedes Paar - oder jeden Ausnahmeeinzelvogel - noch einmal die Häfte hinzu. Also für 1-2 Wellis 50 mal 100, für 3-4 Wellis 75 mal 100, usw.

Für mittelgroße Vögel - definiert als Papageien & Sittiche von 25 bis 40 cm Körperlänge - beträgt die Mindestgröße 2m breit und 1m tief, und alle Vogelarten, die über 40cm groß sind, bekommen 4m Breite und 2m Tiefe.

Und das ist das absolute Minimum! Nicht das rundum glücklich, pumperlgesund-Maß, sondern das Minimum unter dem die Haltung als tierschutzrelevant anzusehen ist. Wenn also dein Vogel noch keinen Partner hat oder seine Behausung unterhalb dieser Maße liegt, dann weißt du, was deine Top-Priorität in diesem Jahr ist. 

Aber für unsere Frage, was unsere Papageien & Sittiche nun wirklich glücklich macht, sind diese Mindestanforderungen nicht annähernd ausreichend.

Unser Ziel sollte das vollständige körperliche, geistige und soziale Wohlergehen unserer Vögel sein​

Als Orientierung schauen wir uns deren Leben in der freien Wildbahn an. Und da sehen wir, dass es unendlich viel gibt, was wir machen können. Ich weiß, dass das überwältigend sein kann. Aber das darf nicht der Grund sein, die Flinte ins Korn zu werfen und gar nichts zu machen.

Ein viel besserer Ansatz ist alles wirklich alles aufzuschreiben was nötig wäre, um eine perfekte Haltung für deine Papageien oder Sittiche darzustellen. Also mehr Platz, UV-Licht, hohe Luftfeuchtigkeit, Partner - besser noch Minischwarm, körperliche Beschäftigung, geistige Beschäftigung, Fitness, Ernährung, Gesundheit - Vorsorge, Vermeidung & Behandlung von Verletzungen und Erkrankungen. Das sind jetzt nur mal ein paar Sachen, die mir grad so auf die Schnelle eingefallen sind. Wenn du dem Ganzen ein bisschen Zeit widmest, kommen dir bestimmt noch viel mehr Ideen.

Jedes dieser Themen hat natürlich noch lauter Unterthemen. Es gibt so viel, was du tun kannst. Und du kannst solch ein Brainstorming in regelmäßigen Abständen immer wieder mal wiederholen. Je nachdem, was du bereits umgesetzt UND in der Zwischenzeit dazugelernt hast, wir werden ja alle ständig klüger, wird diese Liste jedes Mal anders aussehen.

Wenn du also deine erste Liste hast, dann unterteilst du alle notierten Punkte in machbar, nicht machbar und vielleicht machbar. Die sortierst du dann von große Wirkung bis kleine Wirkung. Du kannst unmöglich alles auf einemal machen. Also fängst du am besten mit den machbaren Dingen an, die die größte Wirkung für deine Vögel haben. Logisch oder?

Such dir also von den machbaren Dingen mit größter Wirkung das Beste oder das, worauf du am meisten Lust hast, als dein erstes Projekt aus. Das unterteilst du dann in so kleine Schritte wie irgendmöglich. Das bewahrt dich davor, dich völlig überwältigt zu fühlen. Und dann planst du die Umsetzung deines Projektes, indem du für jeden Tag, jede Woche, jedes Wochende dir einen oder mehrere dieser Punkte zur Erledigung vornimmst. 

Wenn du Hilfe bei der Umsetzung möchtest, dann empfehle ich dir Divis-Mitglied zu werden. Das macht es dir möglich, mir Löcher in den Bauch zu fragen. Und ich habe gerade noch ein Weihnachts-Special: Wenn du dich bei den Divis bis zum Jahresende anmeldest, erhältst du zusätzlich ein Laser-Coaching mit mir im Wert von €100. Informationen und Anmeldung unter divis.dvs.ac - der Link ist in den Shownotes unter podcast.dievogelschule.com

Wenn du also dein Projekt ganz kleinteilig planst und umsetzt,  wirst du erstaunt sein, wie schnell du vorankommst, ohne den Mut zu verlieren und deine Vögel werden es dir danken.

Deine Hausaufgaben - wenn du Lust darauf hast - ist dein Projekt in die Kommentare zu posten. Sag mir, was du vor hast und wie du es umsetzen wirst. Das Aufschreiben wird dich auch ein wenig motivieren, es tatsächlich durchzuziehen. Ich bin sehr gespannt darauf, was du mir erzählst.

Viel Spaß beim Planen und Umsetzen!

Das war „Besser Leben mit Papageien & Sittichen“ ein Podcast von und mit Ann Castro, www.dievogelschule.com

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